Nach dem grauenvollen Attentat auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ ist es in Frankreich und zunehmend auch in Deutschland zu einem geflügelten Wort geworden: „Wir sind Charlie“.
Ausgedrückt werden soll damit die Abscheu vor solch einem Verbrechen aber auch das Mitgefühl mit den Verletzten und den Angehörigen der getöteten Redaktionsmitglieder. Doch soll dieses Wort auch ein Ausdruck der Verteidigung freiheitlicher Werte unserer Demokratie, besonders der Pressefreiheit sein.
Schließlich bezieht sich das französische Satiremagazin in seinem Wirken darauf, dass in einer Demokratie auch Satire über Religionen möglich sein müsse.
Doch hierbei bekomme ich ein etwas flaues Gefühl im Magen. Berechtigt die Pressefreiheit wirklich dazu, durch Karikaturen oder andere Äußerungen, religiöse Gefühle vieler Gläubiger zu verletzen?
Über Karikaturen von Jesus Christus würden wir schließlich auch nicht gerade begeistert sein...
Man weiß sehr wohl, dass die Mehrheit der Muslime ein friedliches Miteinander der Menschen aller Religionen anstrebt. Doch man weiß auch, dass es radikale Muslime gibt, die den eigentlichen Auftrag Mohammeds auf ihre Art interpretieren, sich von ihm entfernen. Warum soll man denn solchen Leuten einen Anlass geben, ihre Aggressions- und Mordlust auszuleben?
Göttliche Propheten zu verunglimpfen durch Karikaturen oder andere Meinungsäußerungen, strahlt eine sehr schlechte Energie aus, eben eine Energie der anderen Seite als der göttlichen. Ist es deshalb ein Wunder, dass solche Energie nach dem Resonanzgesetz ebenfalls nichtgöttliche Energie, um es einmal ganz vorsichtig zu formulieren, anzieht?
Das soll keine Rechtfertigung sein für diese Überfälle und die Grausamkeiten, die damit verbunden waren und sind. Es soll nur die Hintergründe etwas erhellen.
Nicht alles, was man formell in einer Demokratie tun darf, sollte man auch tun. Karikieren sollte man vielleicht Menschen unserer Zeit, das können durchaus auch kirchliche Würdenträger sein. Doch wer Propheten oder andere Heilige karikiert, überschreitet wohl eine Grenze, die auch bei aller Freiheit nicht überschritten werden sollte. Das ist Gotteslästerung auf höchstem Niveau.
Solche Gedanken gehören auch dazu, wenn man diesen hinterhältigen Überfall auf die Pariser Redaktion verurteilt. Sollte diese Redaktion nun aber genauso weitermachen, wie bisher, nach dem Motto: „Jetzt erst recht!“ hat man wohl noch nicht so richtig verstehen können, worum es überhaupt geht.
Um so wichtiger erscheint mir, dass sich sich ranghohe Vertreter von Katholiken, Protestanten, Juden und Muslimen in einem gemeinsamen Manifest geäußert haben mit der Botschaft: „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden!“
Es ist nur zu unterstützen, wenn dort zum Ausdruck gebracht wird: „Christen, Juden und Moslems vereint der Glaube an die Nächstenliebe, an unsere Verantwortung vor Gott und an die Verständigung zwischen allen Menschen. Wir werden nicht zulassen, dass Fanatismus, Terror und Gewalt diese gemeinsamen Werte zerstören.“
Es bleibt also zu hoffen, dass der Protest gegen die Verbrechen in Paris nicht nur dazu beitragen möge, sich von allen radikalisierten Glaubensfanatikern zu distanzieren, sondern auch dazu, die religiösen Überzeugungen aller gläubigen Menschen noch besser als bisher zu achten in Satiremagazinen und anderen Presseveröffentlichungen unserer Demokratie.
Möge jeder an seinem Platz und mit seinen Möglichkeiten für eine solche Vision eintreten. Das würde ich mir wünschen.
Liebe Grüße und noch alles erdenklich Gute für´s neue Jahr
Euer Hans
Das ist zwar richtig, aber ich glaube, dass es unter falscher Flagge durchgeführt wurde und von ganz anderen Personen. Das erinnerte mich gleich an den Anschlag zum Marathon in Boston, der auch inszeniert wurde. Jetzt demonstrieren hochrangige Menschen für Pressefreiheit, die sie die ganze Zeit mit Füßen treten. In Deutschland gibt es keine Pressefreiheit, denn z.B. gesundheitlich neueste Forschungen werden zensiert und und die wirklich wichtigen und einfachen Erkenntnisse kann man in keiner Presse lesen. Das passt für mich alles nicht zusammen.
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