Dienstag, 30. September 2014

Alle Menschen sind Brüder...

Man könnte sicherlich auch sagen: Alle Menschen sind Brüder und Schwestern...
Ist es so? Oder ist es nicht so?
Wenn man seine Beziehung zu anderen Menschen erkennen möchte, wird man sich für eine der beiden Antworten entscheiden müssen. Jeder sollte seine eigene Sichtweise finden, mit deren Konsequenz er dann auch leben muss.

Neulich hat mir sogar jemand ein kleines Kärtchen geschenkt. Auf dem steht der folgende sehr sinnige Spruch geschrieben: „Ich lächle, weil Du mein Bruder bist und ich lache, weil Du nichts dagegen tun kannst..."

Ich jedenfalls glaube fest daran, das alle Menschen Brüder und Schwestern sind. Sie sind ein Ergebnis Göttlicher Schöpfung und damit vor Gott alle gleich.  Das Problem besteht nur darin, dass Menschen diese unumstössliche Wahrheit so unterschiedlich empfinden und interpretieren, ja sogar in ihrer Wahrnehmung ins Gegenteil verkehren können.

Wie könnten sonst solche Phänomene entstehen wie „Gottes-Krieger“ oder „Bruderkrieg“ oder „Glaubenskriege“? Das alles ist doch nicht gottgewollt. Und doch leben solche Verzerrungen des Menschenbildes immer wieder auf, werden sogar zu Existenzfragen ganzer Nationen.

In meiner früheren Vorstellung gehörten solche Sachen vorwiegend der Vergangenheit, der Geschichtsschreibung an. Doch nun muss ich erkennen, das es sich um brandaktuelle Entwicklungen handelt.

Armeen christlich orientierter Staaten kämpfen mit modernsten Flugzeugen, mit Raketen und anderen Waffensystemen gegen Menschen in anderen Ländern, die sich von anderen Glaubenssystemen leiten lassen. Aggressive Verfechter anderer Glaubensrichtungen können andere Gläubige, die sie als "Ungläubige" bezeichnen, nicht neben sich dulden, bekämpfen sie bis auf´s Messer im wahrsten Sinne des Wortes. Bürgerkriege entwickeln sich, wie in der Ukraine, in denen Christen und Landsleute aufeinander schießen, sich gegenseitig töten.

„Das also ist der Fluch der bösen Tat, daß sie fortzeugend, immer Böses muß gebären“, wie es Friedrich Schiller in seinem Wallenstein so treffend formulierte.

Eine verrückte Welt, im wahrsten Sinne des Wortes. Und eine große Schuld, die Menschen auf sich laden, indem sie ihre Brüder nicht erkennen und den falschen Führern und Glaubensauslegungen folgen.

Doch jede Schuld muss eines Tages ausgeglichen werden – und das wird sehr schmerzlich werden für Jene, die solches Karma erschaffen und sogar für deren Nachkommen.

Ich kann nur dazu aufrufen, aufzuwachen, sich abzuwenden von jeglicher Gewalt gegenüber Menschen. Möge jeder bei sich selbst beginnen. Das ist der einzige real mögliche Weg.

Ganz in diesem Sinne
liebe Grüße und beste Friedenswünsche

Euer Hans

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