Freitag, 5. Mai 2017

Schneller, höher, weiter...

Gerade kommen wir aus unserem Frühlingsurlaub aus der Wachau an der Donau zurück. Haben die erwachende Natur begrüßt, sind gewandert, Fahrrad gefahren, haben schöne Ausblicke genossen, haben in Wallfahrtskirchen gebetet und meditiert. Ein rundum erholsamer Urlaub eben, bei dem man viel Kraft tanken konnte für den Alltag.

Da springt mir doch gleich eine Schlagzeile entgegen aus der Ostthüringer Zeitung. „Rekord am Rennsteig“ wird stolz gemeldet. Da hat doch glatt jemand die 170 Rennsteigkilometer in fünf aufeinanderfolgenden Tagesetappen in nur 12 Stunden 40 Minuten und 44 Sekunden zurückgelegt. Und das „größte“ - es war eine Rekordzeit, 4 Minuten! schneller als ein Engländer im letzten August...

Da musste ich erst einmal tief durchatmen. Ich frage mich: Warum machen Leute das? Warum setzen sie sich und ihren Körper einem solchen Stress aus? Nur um der Beste, der Schnellste zu sein? Was macht das für einen Sinn? Was sagen die Gelenke eines solchen Läufers zu einer derartigen Anstrengung? Ab welchem Lebensalter wird er unter Arthrose und Rückenschmerzen leiden? Und das alles nur, um das eigene EGO zu befriedigen?

Doch das ist ja nicht nur bei einem solchen Wettbewerb der Fall. Wohin wir auch schauen, immer mehr Erfolgsstreben, Egogefühle, Gier und Neid greifen um sich mit allen verheerenden Folgen.

In der Wirtschaft geht es nur noch um Wachstum, koste was es wolle. Wer nicht wächst geht angeblich unter, verliert seine Märkte, wird irgendwann aufgekauft... Mit den Produktionsergebnissen des Vorjahres ist offensichtlich in diesem Jahr kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Warum eigentlich nicht? Könnte es sich dabei nicht um einen Systemfehler handeln?

Doch wer spricht ihn an? Und wer ist in der Lage, ihn zu verändern? Der Wahlkampf zur bevorstehenden Bundestagswahl, wird wohl keine Antwort darauf geben.

Nun könnte man ja sagen: "Lass die Politik mal machen. Das ist nicht meins..." Doch schaut Euch um, wie viele Leute in Eurer unmittelbaren Umgebung befinden sich auch in so einem Hamsterrad? Ihr selbst vielleicht auch? Hektik und Stress, wohin man schaut. Mit Harmonie und Gesundheit hat das nichts zu tun...

Und wer nicht mehr klarkommt, schluckt eben Tabletten... Tragisch ist es, dass das bereits bei den Kindern im Schulalltag beginnt. Wer nicht stillsitzen kann wird oft mit Tranquillizern ruhig gestellt (ADHS). Bei Studenten setzt sich das fort. Um sich auf das nächste Examen vorzubereiten, werden oft Medikamente eingenommen. Das geht weiter bei zahlreichen Führungskräften, die dem ständigen Druck einfach nicht mehr gewachsen sind und dann halt auch schlucken... Das moderne burnout eben.

Doch all das werden schwache und kranke Menschen, wenn sie es nicht schon sind. Sie sind empfänglich und oft schon besetzt von belastenden geistigen Wesenheiten und verirrten energiearmen körperlosen Seelen. Wer das nicht erkennt und nicht rechtzeitig die Notbremse zieht für sich selbst, der kommt immer stärker in eine Abwärtsspirale hinein. Das ist nichts wirklich Gutes...

Dabei stehen uns alle Wege offen, unsere innere Ruhe und Gelassenheit zu finden. Das ist die wirkliche Stärke, die wir brauchen. Dann kann man auch diese oder jene hektische Situation im Alltag besser einordnen und ertragen.

Jetzt kommen die wärmeren Tage. Ich empfehle, täglich mindestens eine Stunde in der freien Natur zu wandern oder zu spazieren, dort auch einmal innezuhalten, einige Minuten zu meditieren oder ein Gebet zu sprechen. Beobachten wir die Veränderungen der Vegetation. Hören wir den Vögeln zu, freuen uns daran, wie sie ihren Nachwuchs versorgen. Nehmen wir uns einige Zweige mit nach Hause. Das kenne ich noch aus meiner eigenen Kinderzeit.

Wenn wir dann frisch erholt zurückkommen, werden uns die Rekordminuten beim Rennsteiglauf recht armselig vorkommen. Wir haben uns selbst gefunden – und das ist das Wichtigste,

Liebe Grüße und ein schönes sonniges Wochenende

Euer Hans

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