Kürzlich ist diese Frage während einer Meditation in meinem Kopf aufgetaucht, verbunden mit der Empfehlung, etwas darüber zu schreiben.
Auf den ersten Blick ist so eine Fragestellung zwar recht allgemein, doch spätestens auf den zweiten Blick wird sie interessant. Es wird nämlich die Frage aufgeworfen, ob ich etwas suche, ob ich ein Suchender bin. Da denke ich doch gleich an das Bibelwort „...suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“.
Wer also nicht sucht, der wird auch nicht finden und wer finden will, der muss sich wohl auf die Suche machen... Doch wonach suchen? Darüber lohnt es sich, einmal nachzudenken. Und nachdenken heisst, einmal innezuhalten im Alltagsstress, heisst einmal zu prüfen, wieviel und worüber ich überhaupt nachdenke.
Prüfe doch einmal in Deinem eigenen Alltag, worüber Du nachdenkst und welche Rolle Wissen dabei spielt und um welches Wissen es sich handelt. Was davon ist reines Alltagswissen und welches Wissen, welche Erkenntnisse überdauern den Tag und das Jahr, graben sich ein in Dein Bewusstsein, helfen Dir, Dich selbst und Dein eigenes Leben besser zu verstehen?
In dem heutigen Überangebot von Informationen, erscheint mir eine solche ganz persönliche Wissenshierarchie sehr wichtig zu sein. Das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, das ist der springende Punkt.
Normalerweise macht das unser Gehirn von ganz allein. Wenn die Reizüberflutung zu groß wird, setzt eine spontane Selektion ein. Was zu viel ist, wird einfach nicht mehr aufgenommen, wird nicht registriert oder ganz schnell wieder vergessen. Ist der „Arbeitsspeicher“ voll, geht nichts mehr rein. Dabei ist es zunächst völlig egal, ob etwas wichtig oder unwichtig ist
Deshalb ist es von Bedeutung, uns in unserem Denken eine Art Algorithmus zu erarbeiten. Was ist wichtig für uns. Dafür muss „Speicherplatz“ freigehalten werden. Und was ist nicht so wichtig und kann schnell ausselektiert werden.
Wir brauchen dann nur noch dafür zu sorgen, dass der Speicherplatz für das Wichtige, was uns voranbringt, immer gut gefüllt wird. Dann wird das Unwichtige für uns seine Bedeutung verlieren. Wie eine solche Wertigkeit des Wissens aussehen könnte. Das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden.
Der Schüler oder der Student, der sich auf eine Prüfung vorbereitet, ist bemüht, soviel als möglich Wissen aufzusaugen, um ein gutes Prüfungsergebnis zu erzielen. Man lernt, was andere wollen, dass man es lernt, dass man es reproduzieren kann... Das hat sicherlich seine Berechtigung. Doch später wird man erkennen, das es sich zum allergrössten Teil um Alltagswissen gehandelt hat, welches nach der Prüfung schnell wieder vergessen wurde.
Meine eigene Erfahrung sagt, dass all jenes Wissen besonders wichtig ist, das mit dem Leben selbst zusammenhängt, mit meiner eigenen Rolle und Verantwortung in der Familie und der Gemeinschaft, in der ich lebe. Wichtig erscheint mir auch Wissen, welches der Suche nach der Wahrhaftigkeit, nach der Wahrheit dient im ganz persönlichen, wie auch im politischen Bereich.
Eine ganz besondere Rolle spielt natürlich auch das Wissen und die Erfahrung, die zur geistigen Öffnung hinführt. Ein Wissen, das uns Unsichtbares erkennen lässt, wodurch wir geführt und auch geheilt werden können.
Prüft doch einmal in Eurem Alltag, welches Wissen Ihr sucht. Prüft, welche Filme Ihr anschaut, welche Bücher Ihr lest, worüber Ihr mit Freunden und Kollegen diskutiert, welchen sozialen Medien Ihr Eure Aufmerksamkeit zuwendet und welches Wissen Ihr dort finden könnt.
Allein solche Gedanken können schon recht hilfreich sein, sich selbst etwas zu justieren und sich stärker auf das Wichtige, auf das Bleibende zu konzentrieren. Dabei wünsche ich uns allen gute Erkenntnisse und erfolgreiches Vorankommen.
Ganz in diesem Sinne ein schönes Wochenende
Euer Hans
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen